Burgruine Hanstein

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    In Mitteldeutschland im Eichsfeld gelegen gilt sie als eine der schönsten Burgruinen Deutschlands.
    Ich war Mitte der 90er Jahre zum ersten Mal dort. Damals mit meiner Mutter und meiner fast 85jährigen Oma, die auf der Ruine öfter mal ihre Ferien verbracht hatte als Kind. Ihre Mutter war eine geborene von Hanstein und ein Teil der Familie lebte immer noch in Bornhagen, direkt am Fuße der Burg. Durch die innerdeutsche Grenze war es halt lange Zeit nicht möglich, dort mal wieder hinzufahren und meine Oma wollte da unbedingt noch einmal hin. Sie hat selbst den Weg zum Aussichtspunkt Teufelskanzel auf sich genommen trotz ihrer sehr schlechten Beweglichkeit. Da sieht man mal, was der Wille alles bewegt. So, nun aber zur Gegenwart.
    Nun ergab sich endlich die Gelegenheit, also habe ich mit Truempie und gemibihi eine Nacht auf dem CP Witzenhausen verbracht, um am nächsten Tag auf den Berg zu fahren. Die Fahrt da hoch ist schonmal ein Erlebnis, wenn man den direkten Weg nimmt sind die Straßen recht kurvig und steil zwischendrin. Macht aber Spaß.
    Bei bestem Herbstwetter habe wir also auf dem Parkstreifen in Rimbach gegenüber dem Hotel Zweiburgenblick angehalten und sind zu Fuß auf die Burg gelaufen. Eintritt pro Person 3,50€, ein eher überschaubarer Betrag und absolut nicht übertrieben. Die Burg wird vom Heimatverein betreut und von der Gemeinde gepflegt und kann jeden euro gebrauchen.
    Neben vielen alten Steinen kann man im unteren Teil des Rittersaales einiges über die Geschichte der Burg und der Familie erfahren. Im Gegensatz zu damals kann man einige Teile der Burg besteigen, damals war der Rittersaal nicht mal ansatzweise fertig und man konnte gerade mal auf einen Turm steigen. Mittlerweile sind die Folterkammer unter dem Rittersaal, der zweite Turm und ein teil der Katakomben mit Vorratskammer und Schatzkammer begehbar.
    Ab und an finden auf der Burg auch Ritterfestspeiel und Mittelaltermärkte statt.
    Nachdem wir die Burg ausgiebig besichtigt hatten, sind wir, einer wahnsinnigen Idee folgend, mit Klapprädern losgezogen um durch den Wald zur Teufelskanzel zu gelangen, von wo aus man einen tollen Blick über die Werraschleife hat. Warum wahnsinnig? Weil es zunächst mal fast nur bergauf geht und man nach 20m keinen Bock mehr auf Strampeln hat und schiebt. :P
    Nachdem wir für die nicht ganz 3km zum Aussichtspunkt gefühlt eine Stunde gebraucht hatten, incl. Strampeln, Schieben, Hecheln, Umfahren von Steinen und Baumwurzeln und der mehrfach aufkommenden Frage, wessen blöde Idee das eigentlich war, kam die Waldhütte und der Aussichtspunkt in Sicht. Der Blick über das Tal bei Sonnenschein mit leichtem Herbstansatz in der Natur entschädigte für die beschwerliche Anreise.
    Wir stärkten und dann noch kurz beim etwas überforderten Wirt der urgemütlichen Waldhütte (2 Dinge gleichzeitig sind nicht so seins) und traten die Rückreise an. Geil, fast nur bergab. Wir erreichten gefühlt 4 Minuten später mit quietschenden und qualmenden Bremsen die Waldlichtung und den Parkplatz mit unseren Autos. Wenn der Weg bergauf nicht so beschwerlich gewesen wäre, hätten wir das vor lauter Spaß nochmal wiederholt. So haben wir noch auf der Bank die Sonne und die gewonnenen Eindrücke genossen und sind dann weitergezogen.


    Fazit: Bei schönem Wetter immer mal wieder einen Ausflug wert, auch wenn man keinen familiären Bezug hat.

  • einer wahnsinnigen Idee folgend, mit Klapprädern losgezogen um durch den Wald zur Teufelskanzel zu gelangen

    Ich liebe diese Strecke, aber ohne Klapprad. Berg hoch ein wenig anstrengend, mega Aussicht. Schon mehrfach da gewesen. ABER: Wenn ich gewusst hätte, dass der Könich der Insel wirklich "blaues Blut", das auch noch verdünnt mit Dornkaat hat, ich hätte dort glatt nach Rabatt gefragt, weil ich ja den Verwandten kenne :P

    Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.