Tour de France - Rundreise durch den Süden Frankreichs

  • Von Bückeburg über das Tal der Ardeche, Carcassonne, Avignon, die Pont du Gard, den Canyon du Verdon und zurück nach Bückeburg. Gefahrene Kilometer mit dem Bus: 3.300, die mit der Vespa vor Ort gefahrenen Kilometer habe ich nicht gezählt.


    Nach 3 Jahren England wollten wir mal wieder was Neues sehen. Da meine Frau ein stressiges Jahr hinter sich hatte, war ein ruhiger Urlaub mit Stehtagen geplant.
    Somit ist die Tour durch Süditalien leider ausgefallen.


    Und das war unser Reisefahrzeug - ääh, das kleine im Vordergrund.


    Am 02.09.2017 ging es dann los. Die erste Übernachtung war dann der Campingplatz am Steinrodsee, 64331 Weiterstadt. Leider sind die Bewertungen des ADAC keinen Cent mehr wert. Der Platz war in Ordnung, die im Campingführer beschriebene Ausstattung (Restaurant usw.) war leider nicht mehr vorhanden.


    Unser Ziel für den 03.09.2017 war die Ortschaft Ronchamp in Frankreich. Ein Bekannter hatte uns geraten die Notre-Dame-du-Haut zu besichtigen. Zu bestaunen gibt es eine Kirche moderner Architektur.

    https://de.m.wikipedia.org/wik…e-Dame-du-Haut_(Ronchamp)


    Da ich es mit der modernen Architektur nicht so habe, fand ich dieses Teil wesentlich interessanter:


    Da das Tagespensum nach Besichtigung der Kirche erfüllt war, entschlossen wir uns zur Übernachtung auf dem nächsten Campingplatz. Nach einer abenteuerlichen Fahrt über eine sehr schmale Strasse sind wir an einem kleinen aber feinen Campingplatz gelandet. Das sollte nicht die letzte Irrfahrt dieser Reise sein, mein Navi hat sich mehrfach für den Lieferanteneingang entschieden.
    Die Anmeldung war sehr einfach. An der Tür hing ein Schild, man solle sich selber einen Platz suchen. Am Abend kam ein freundlicher junger Mann direkt an den Bus, um die Gebühr von 12,00 Euro inkl. Strom zu kassieren. Er sprach englisch, wollte jedoch immer wissen was der deutsch Begriff dafür ist, da er die deutsche Sprache erlernen will. Den Zugang zum kostenlosen WLAN hat er uns auf einen Zettel geschrieben.

  • Am nächsten Tag, den 04.09.2017 sind wir dann zurück nach Belfort auf die Autobahn und über Besançon, Lyon und Pierrelatte nach Vallon-Pont-d’Arc gefahren. Autobahngebühr mit Anhänger betrug 55,00 Euronen.
    Die Suche nach einem Campingplatz gestaltet sich nicht als besonders schwierig, es wimmelt geradezu vor Campingplätzen. So sind wir einfach einer Beschilderung gefolgt und bei Camping de l’Ardeche gelandet.
    Die Gebühr betrug 15,00 Euro inkl. 2 Personen und Strom.


    http://www.campingdelardeche-vallonpontdarc.com


    Die Bilder der Internetseite täuschen, zumindest am Boden gabe es keinen einzigen grünen Halm mehr, was offenbar dem sehr heißen Sommer geschuldet ist. Auch die Ardeche hatte schon mal mehr Wasser.
    Das Wetter war hervorragend und so beschlossen wir ein paar Tage zu bleiben.


    Unser erster Besuch galt natürlich der Pont d'Arc!



    Im Anschluß haben wir eine kurze Vespa-Tour oberhalb der Ardeche-Schlucht unternommen.




    Eine Informationsbroschüre, die wir beim Campinplatz erhalten haben führte uns am Folgetag zu einem Dorf, das in den Fels gebaut ist und den Namen Labeaume trägt. Besonders die hängenden Gärten solle man sich nicht entgehen lassen, so stand es in der Broschüre.
    Der Weg zu diesen Gärten war sehr sehenswert...



    ...die Gärten allerdings - bildet euch selbst ein Urteil.



    Die anschließende Besichtigung des Ortes hat uns allerdings wieder versöhnlich gestimmt.



    https://de.wikipedia.org/wiki/Labeaume

  • Der nächste Tag führte uns zum Château de Vogüé.



    Weitere Einzelheiten spare ich mir, im Vergleich mit den englischen Castles war das enttäuschend. Es handelt sich mehr oder weniger um leere Räume, die zum Zeitpunkt unseres Besuches als Ausstellungsräume für Kunstobjekte dienten. Als Kunstbanause konnte ich damit nun wirklich nichts anfangen.


    http://www.chateaudevogue.net/en/decouverte-du-chateau.php


    Da es an diesem Tag sehr heiß war (30 Grad) haben wir jede weitere Aktivität auf die Abendstunden verlegt. Am Abend sind wir noch einmal zur Pont d'Arc gefahren um sie von der anderen Seite zu bewundern.



    Am nächsten Tag stand wieder ein Chateau auf dem Programm.


    http://www.chateaudesroure.com/de/


    Dieses Gebäude hat mir dann auch wesentlich besser gefallen. Besonders beeindruckend war der Raum, in welchem die Zucht der Seidenraupen erklärt wurde. In einem Regal befanden sich auf den Maulbeerblättern täuschend echt nachgebildete Raupen - bis sie sich bewegten!



    Den Tagesabschluss und auch das Ende unseres Aufenthaltes an der Ardeche bildete eine kleine Brücke, an der wir die Kanufahrer bei der Überwindung eines kleinen Wasserfalles beobachten konnten.



    Ein letzter Blick von der Brücke neben unserem Campingplatz.


  • Danke für den schönen Bericht, habe vor 18 Jahren als ich noch jung war, mehrere Sommer auf einem Campingplatz am Chassezac in der nähe von Les Vans verbracht und dort als MTB Guide und Teamer in einem Outdoor Camp gejobbt.


    Schöne Erinnerungen geweckt, damals gabs noch analoge Bilder. Durch den Pont d´Arc sind wir mehrmals gepaddelt und nebenbei habe ich meine Frau dort unten kennen und lieben gelernt. :thumbup:


    Wir überlegen nächstes Jahr zum 10. Hochzeitstag mal wieder runter zu fahren...


    MfG André

  • Jetzt hatte ich doch noch ein Highlight der Ardeche vergessen. Am letzten Tag unseres Aufenthaltes besuchten wir noch einen Wasserfall nahe der Ortschaft Rochecolombe.
    Wir folgten vom Parkplatz einem fast ausgetrockneten kleinen Bachlauf...



    ...und fanden einen vollkommen ausgetrockneten Wasserfall.



    Die im ersten Bild sichtbare Ruine haben wir selbstverständlich auch erklommen. Von dort oben hatte man eine fantastische Aussicht.


    Aber nun geht es weiter zu unserer nächsten Etappe: Carcassonne.


    https://de.wikipedia.org/wiki/Carcassonne


    Die Luftaufnahme der vollkommen erhaltenen mittelalterlichen Stadt zwingt einen geradezu, diese besichtigen zu wollen.
    Der in fußläufiger Reichweite gelegene Campingplatz ist gut ausgestattet, allerdings nicht mit Personal. Das erste Mal in meinem Camperleben musste ich in der Anmeldung 40 Minuten in der Warteschlange stehen. Ich kam mir vor wie in einem deutschen Supermarkt - nur eine Kasse besetzt.


    http://www.campingcitecarcassonne.com/?lang=de


    Auf dem Weg zum Objekt der Begierde bietet sich dieses Bild



    Das Museum im Innern der Stadt ist gleichzeitig Eingang zur Wehrmauer. Diese Mauer hätte ich gerne betreten, leider war die Warteschlange an der Kasse seeehr lang.



    So spektakulär die Stadt von aussen auch ist, im innern ist sie nur eine Touristenfalle.



    Zu Abschluss noch die Gesamtansicht am Tag...



    ... und am Abend.


  • Avignon. Unser nächstes Ziel war nach einer Fahrt entlang der Küste schnell erreicht. Wir haben uns für den Campingplatz unmittelbar gegenüber der berühmten Brücke entschieden. Die Annahme, dieser Platz sei aufgrund seiner Lage ein besonders gut ausgestatteter Platz hat sich nicht bestätigt. 1 Stunde nach unserer Ankunft hing am Eingang ein Schild mit dem Hinweis, keine Plätze mit Stromanschluß mehr anbieten zu können. Tatsächlich hatte etwa die Hälfte der Stellplätze keinen Stromanschluss. Die Plätze selbst waren schattig, sehr schattig, eigentlich zu schattig. Kaum ein Sonnenstrahl hat es auf unseren Stellplatz geschafft.



    https://www.camping.info/frankreich/provence-alpes-côte-d-azur/camping-du-pont-d-avignon-12569


    Die berühmte Brücke von Avignon vom Campingplatz gesehen.



    Am nächsten Tag sind wir zur Besichtigung gestartet. Unweit des Campingplatzes gibt es eine kostenlos nutzbare Personenfähre.
    Natürlich haben wir als Erstes die Pont Avignon besucht.



    Auf einer alten Darstellung kann man den ursprünglichen Verlauf der ehemaligen Brücke sehen.



    Durch die Gärten des Papstpalstes gelangten wir dann zum Palast des Papstes



    Das Innere des Palastes hatte ich mir ziemlich pompös vorgestellt. Stattdessen wieder eine Kunstausstellung! Ihr wisst schon, Kunstbanause.


    Abschließend noch der Papstpalast bei Nacht.


  • Am nächsten Tag stand das Römerviadukt Pont du Gard auf dem Progamm. Den ursprünglichen Plan das Viadukt von Avignon aus mit der Vespa zu besuchen (Entfernung 25 km) haben wir allerdings aufgegeben. Auf diesem dunklen Campingplatz wollten wir keine weitere Nacht verbringen.


    Nach kurzer Fahrt erreichten wir die Anlage um das Viadukt.
    Auf dem Parkplatz wird man über verschiedene Tafeln schon auf den Besuch vorbereitet (auch in deutsch!!). Man wird dort auch auf eine App hingewiesen, die als Erläuterung während des Besuches nutzbar ist. Also die App schnell runter geladen und… Fehlanzeige, die App gibt es nur in französisch.
    Macht aber nichts, dafür ist dieses Viadukt einfach nur gewaltig! Hier einige Bilder





    Das wars für heute, der Rest der Reise kommt morgen

  • Letzter Teil der Rundreise: Canyon du Verdon.


    https://de.wikipedia.org/wiki/Verdonschlucht


    Hier muss ich etwas ausholen. Wie sind im Jahr 2000 schon einmal dort gewesen und wollten eigentlich nie wieder da hin. Die Ursache war eine latente Deutschfeindlichkeit. Wir sind gleich am ersten Tag in einem Restaurant nicht bedient worden.
    Um es vorweg zu nehmen - das hat sich offenbar grundlegend geändert. Es wurde teilweise sogar deutsch gesprochen!


    Vor 17 Jahren waren wir auf einem Campingplatz direkt am See. Der Platz war in diesem Jahr leider voll belegt und so entschieden wir uns für einen Platz unterhalb der Ortschaft Moustiers San Marie.


    https://www.eurocampings.de/fr…amping-saint-jean-108722/


    Ein sehr schön gelegener Platz ca. 700 Meter vom Ort entfernt. Hier der Blick über Moustiers San Marie, im Hitergrund der Lac de Saint Croixe.



    Wir sind bei schönstem Wetter fantastische Touren gefahren.



    Blick über den Ort Aiguines auf den Lac de Saint Croixe.



    Blick von der Brücke auf den Stausee und den Eingang zur Schlucht.



    Blick in den Canyon.



    Unser letzter Urlaubstag ist einem Objekt gewidmet, welches einer Erklärung bedarf.
    Während meiner Zeit bei der Bundeswehr habe ich einen Hubschrauber nach Marseille zur Inspektion überführt. Dieser Flug führte mich auch zum Canyon du Verdon. Beim durchfliegen des Canyons sah ich links von mir etwas goldenes blitzen, konnte mir jedoch keinen Reim darauf machen.
    Vor 17 Jahren habe ich versucht dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Leider ist meine damalige Vespa kurz vor dem Ziel ausgefallen.
    Doch dieses Jahr habe ich es endlich gefunden! Das Mandarom Shambhasalem.


    https://de.wikipedia.org/wiki/Aumismus


    Es handelt sich um eine buddhistische Sekte, die in den Bergen des Canyon eine eigene Stätte zum Leben gegründet hatte.
    Laut Informationen sollen damals ja nach Saison zwischen 400 und 1000 Menschen dort gewohnt haben.
    Am verschlossenen Eingang empfing uns eine junge Frau, die uns in englischer Sprache zu verstehen gab, daß eine Besichtigung nur an den Wochenenden, Feiertagen und den Ferien möglich ist. Dennoch war sie bereit unsere Fragen zu beantworten.
    Es stellt sich heraus, daß das Anwesen zum Zeitpunkt unseres Besuches lediglich 15 Menschen beherbergte.
    Um die Anlage führt ein Weg, der jedoch mit einer Kette versperrt ist. Meiner Bitte, uns die Anlage auf diesem Weg von Aussen anzusehen, hat sie zugestimmt. Hier ein paar Eindrücke.



    Damit bin ich am Ende mit meinem Bericht.

  • Sag mal, was ist denn das für eine Überschrift.
    Ich hatte immer gedacht hier geht es um das Radrennen und deswegen nicht draufgeklickert, das interessiert mich nämlich so gar nicht.
    Aber nun war ich doch mal neugierig und zack, so ein toller Reisebericht :thumbsup:



    Danke dafür !! Muss ich mir mal in Ruhe durchlesen, die Bilder sind ja schon total schön!