Klartext: Ausbildungsberuf Kästchentauscher

  • Ja, das fragt sich ob man sich überhaupt noch ein EURO 6 - Auto kaufen soll.
    Soviele Technik wie da drin ist.
    Oder generell Autos mit vielen Assistenzsystemen, deren korrektes Arbeiten beim TÜV ausgelesen wird und Voraussetzung für den Stempel ist.

  • Schon interessant, das unsere Technik immer komplexer wird, es aber gleichzeitig immer weniger Leute gibt, die sie reparieren wollen. Da kommt man auf den Gedanken, das wir den sinnvollen Punkt weit überschritten haben. Denn es geht ja nicht darum, dass niemand das reparieren will, es scheitert schlicht und ergreifend an der Ausblidung. Wir leben in der Zeit der Scheren. Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander, die Schere zwischen komplexität von Technik und sonstigen Problemen und Bildungsstand der Bevölkerung auch.
    Denn solange es Mernschen gibt, die in der Lage sind, diese komplexe Technik zu erfinden bzw weiterzuentwickeln, muß es auch Menschen geben, die den Überblick behalten und sowas auch nachvollziehen und reparieren können. Nur wenn alle schlauen Köpfe in den Konzernen in der Entwicklung verschwinden, bleiben keine mehr übrig für die kleine Reparaturwerkstatt.
    Wir sollten uns einfach mal wieder auf die sinnvollen Dinge im Leben besinnen. Man muß nicht alles kaufen was andere einem andrehen wollen, nur weil man es kann. Die wahre Kunst ist das Nein-sagen. Warum kaufen denn so viele Leute Autos von Dacia? Einige weil sie müssen, weil kein Geld da ist, ja. Aber ganz viele auch, weil sie einfach wollen. Dasselbe ist es mit Leuten, die bewusst alte Autos fahren. So wie ich. Es hat doch jahrelang wunderbar funktioniert. Und nur weil es jetzt alles in etwas besser gibt, ist das am Ende wirklich alles besser? Sehe ich anders.
    Dazu kommt wie hier, das einige einfach der Meinung sind, Erziehung, Werte und Anstand sind unnötig und von Gestern. Da werden dann einfach so Absprachen gebrochen, die man mit dem Kunden getroffen hat und er wird "abgefertigt" ohne eine Leistung erbracht zu haben. Ich verspreche mich drum zu kümmern und sage dann ich kann das nicht, ohne auch nur geguckt zu haben, was überhaupt der Fehler sein könnte. Welch Armutszeugnis, sowohl auf fachlicher, als auch auf menschlicher Ebene. Hat das auch was mit der von mir so gerne zitierten "Bequemlichkeitsverblödung" zu tun?

  • Moin , manchmal kann man sich wirklich nur an den Kopf packen. :?:
    Habe Rückfahrkamera eingebaut, aber Markenwerkstatt bekommt es nicht hin in 2 h ! sie frei zu schalten ?( .Alles original.


    Oder keine Lust ? Aber dann brauch ich doch nicht warten oder ? :sleeping:


    Jetzt kann ich hinten was sehen, aber nicht durch den Freundlichen.
    Gruß Michael

  • Naja, ich muss schon zugeben. Wenn ich die Taler hätte, ich hätte jedes Jahr ein neues Auto.
    Ich stehe auf die Spielereien :P

    Wenn du die Sachen durchtauschst, bevor sie ihre Halbwertszeit erreicht haben, hast du damit auch wenig Probleme, es sei denn du erwischst mal ein Montagsmodell. Aber mal ehrlich, auch wenn man es könnte, sinnvoll ist ganz was anderes. Konsum ist toll, aber ich bin so erzogen worden, das man seine Sachen pflegt und lange behält. Das gilt natürlich nicht immer für alle Dinge des Lebens. Aber ich finde Leute, die jedes Jahr den Kleiderschrank komplett durchtauschen, um den Regeln der Mode zu folgen, ziemlich lächerlich. Und diese Konsumgeilheit wäre noch viel ausgeprägter bei vielen, wenn sie die Möglichkeiten hätten finanziell. Aber das Thema bringt uns und unsere Gesellschaft schon jetzt an seine Grenzen. Von unserem Planeten, der unserem Lebensraum darstellt, mal ganz zu schweigen.
    Und beim Thema Auto, wo ja das Argument bei vielen z.B. für den neuen Bus, sei es nun T5 oder T6 ist und war, dass er alles ein bisschen besser kann: Das mag so sein, ist auch eine Frage der Ansicht. Und wenn ich mich vom Fahrkomfort, der beim T4 durch siene polterige Vorderachse nun wirklich nicht optimal ist, ärgern lasse, dann liegt das auch ein Stück weit an mir. Ich setze mich dann in unseren Oldtimer und fahre ne Runde. Gummifahrwerk mit Starrachse hinten...danach ist der T4 eine Wohltat vom Fahrverhalten. Alles eine Frage der Perspektive. Und ich kann mich einfach nicht dran gewöhnen in ein auto zu steigen, den Motor anzulassen und keine Geräusche zu hören. Beim T4 weiß ich nach 3 Sekunden, ob irgendwas kaputt ist, weil ich alles höre. Ich bewerte das als Vorteil. Da war sie wieder, die Ansicht. ;)

  • Das kann ja jeder selber entscheiden. Mein 2007er T5 war nach Sanierung des Fahrwerks etc. wirklich wieder richtig gut,
    man hat beim Fahren die 10 Jahre nicht gemerkt, dennoch fühlt sich mein 2014 doch noch wieder besser an.


    Vor ein paar Tagen bin ich 3 Minuten einen 2004er T5 gefahren, alle Achtung, das Auto hat sich richtig alt angefühlt.
    Ein vermeintlich gleiches Auto nur 10 Jahre älter. Das merkt man!



    Aber das ist alles Ansichtssache und eine Frage des Wollens und des Könnens ($$)



    Aber so richtig darum geht es ja auch nicht, eher eben die Fähigkeit ob man noch richtig reparieren kann oder will.....

  • aber ich bin so erzogen worden, das man seine Sachen pflegt

    ...ich wusste, da ist etwas, das uns verbindet. Jetzt ist es raus. ^^


    Von beruflicher Seite reicht ein langer Urlaub, und schon muss man beinahe neu lernen. Wirklich schön ist das nicht. Wenn ich allein sehe, was ich mittlerweile durch Auslöten und Erneuern einiger elektronischer Bauteile alles wieder für weitere Jahre Nutzung ertüchtigen konnte, regt mich das langsam auf. Immerhin habe ich das Glück, diese Kenntnisse erworben zu haben und sie nutzen zu können.
    Das sind mittlerweile vierstellige Summen, die ich auf die Weise gespart habe.
    Was da in naher Zukunft passiert, erschreckt mich.
    Gibt keine App? Dann weg. :iek:
    Richtig schlimm wird's, wenn niemand mehr weiß, welches Kästchen zu tauschen ist. :heul:
    oder die politische Entscheidung getroffen wird, dass es das Kästchen nicht mehr gibt.


    Munter bleiben...
    Dirk

    [align=center] Camping = Umstand, in dem der Mensch seine eigene Verwahrlosung als angenehm empfindet.